Golfclubhaus by Mies van der Rohe (Entwurf)

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Baubeschreibung:

Architekturbüro:Mies van der Rohe / Redaktion BuiltBy.TV
Homepage:www.builtby.tv
Ort:Krefeld, Deutschland
Addresse:Egelsberg
Entwurf: 1930
Gebäudetyp:Sport- und Freizeitanlagen, Spielplätze
Baumaterial:Glas, Mauerwerk, Putz, Stahl
Bauart/Konstruktion:Stahlskelettbau

Hintergrundinformationen:

Bauherr:

Golfclub Krefeld 1930,
Golfclub 1:1 Modell wird 2013 realisiert, ProjektMIK www.projektmik.com

Größen:

Seine kreuzförmige Anlage hat eine Ausdehnung von ca. 80 x 80 Metern und eine Grundfläche von ca. 1800 m2.

Ausführliche Beschreibung:

Im August 1930 wird Mies vom Vorstand des neu gegründeten Krefelder Golfclubs eingeladen, gemeinsam mit dem Krefelder Architekten August Biebricher an einem kleinen Wettbewerb für ein Clubhaus teil zunehmen.
Die Realisierung der Platzanlage auf einem eiszeitlichen Sander am Stadtrand von Krefeld nach den Plänen der „Vereinigten Golfarchitekten“ Charles A. Mackenzie, F.G. Fahrenholtz und Karl Hoffmann hat bereits begonnen. Mies konzipiert eine flache, weit in die Landschaft greifende Anlage auf der Kuppe des Sanders.

Die Ausschreibung fordert eine Clubanlage mit Umkleiden, Räumen für Trainer und Caddys sowie einem Gesellschaftsbereich mit Bar, Gastronomie und einem Saal einschließlich halb überdachter Terrasse.

Zwei Lösungsansätze sind im Nachlass Mies van der Rohes in New York überliefert.

Der eine, nur als Skizzen formulierte Entwurf sieht vor, die Clubräume zentral unter der Kuppe des Hügels zu plazieren, mit weiten Fensteröffnungen im Hang. Ein Glaspavillon, der möglicherweise mit den unterirdischen Räumen verbunden sein sollte, krönt die utopisch anmutende Anlage. Ob es sich bei diesem Entwurf um eine ernsthafte Alternative handelt oder um eine Spielerei des Mies’ Mitarbeiters Sergius Rügenberg, dem einige der Skizzen zugeschrieben werden, bleibt Spekulation.

Im so genannten „endgültigen Entwurf“ organisiert Mies die verschiedenen Bereich als einzelne Baukörper, die kreuzförmig in die Landschaft greifen und durch ein alles überspannendes Dach zusammen gefügt werden. Der Entwurf ist als Stahlskelettbau mit nicht tragenden Wänden konzipiert. Im weitläufigen, nach Südwesten ausgerichtetem Gesellschaftsbereich wird das Raster der Stahlstützen pointiert mit Chromblech ummantelten kreuzförmigen Säulen sichtbar gehalten, ähnlich den Entwürfen für Haus Tugendhat und dem Barcelona Pavillon. Der Wirtschafts- und Trainerbereich ist kleinteiliger angelegt, das Säulenraster ist nicht sichtbar. Der Entwurf für den Golfclub führt Mies van der Rohes ausgereiftes Formrepertoire, dass er nach den Entwürfen für die Weltausstellung in Barcelona und das Haus Tugendhat souverain einsetzt.

Der Wettbewerb wird nicht entschieden, da der Club die notwendigen finanziellen Mittel nicht aufbringen kann. Der Club mietet stattdessen als Clubhaus eine leer stehende Villa in der Nähe der Anlage. Der Golfplatz wird im Mai 1931 mit neun Löchern eröffnet und in den kommenden Monaten auf 18 Löcher erweitert. 1938 muss er einem Truppenübungsplatz weichen.

Christiane Lange, 2011

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